Im Juli 2018 – Shanti und Anita – 2 Mädchen mit neuer Hoffnung im Yangri Tal

Liebe Nepal Freunde

Shanti und Anita sind zwei Mädchen aus dem Bergdorf LARKE, rund 4 Stunden zu Fuss nordöstlich von Yangri.

Das abgelegene Dorf Larke

Bis vor gut drei Jahren gingen sie beide in Larke zur Dorfschule, in die erste beziehungsweise dritte Klasse. Da ihr zuhause das alleroberste Haus im eh schon weit verstreuten Dorf ist, war der Schulweg lang und auf dem exponierten Weg auch nicht ganz ungefährlich. Und häufig war die Mühe umsonst: Der Lehrer der Regierungsschule betreute mehrere Dorfschulen im Alleingang, und war häufig gar nicht da.

Der lange Weg nach Larke

Trotzdem schickte Shanti und Anita’s Mutter die beiden Kinder täglich zur Schule, ganz im Gegensatz von vielen anderen Familien im Dorf. Ihr ist es ganz wichtig, dass die Kinder eine Schulbildung erhalten. Beim obligaten Tee erzählt mir die Mutter, warum: Vor 10 Jahren gab es im Dorf während einem Fest Streit – wie so häufig, wenn zuviel Alkohol fliesst. Niemand weiss genau, wie es passierte, doch plötzlich wälzte sich ein Dorfbewohner am Boden mit einer grossen Messerwunde am Hals. Der Vater von Shanti und Anita nahm den Verletzten kurz entschlossen auf den Rücken und trug in zum nächsten Gesundheitsposten – 7 Stunden zu Fuss! Bis sie ankamen, hatte der Verletzte das Bewusstsein verloren, und leider konnte auch der Doktor sein Leben nicht retten – worauf die Polizei den Vater von Shanti und Anita festnahm und unter Anklage stellte. Er ist seither im Gefängnis – für einen Mord, den er nicht begangen hat; darüber sind sich alle einig.

Für die Mutter von Shanti und Anita ist eines klar: weil sie und ihr Mann keinerlei Schulbildung hatten, konnten sie sich nicht wehren gegen die falschen Anschuldigungen. Unwissend hatte ihr Mann wohl ein Schuldgeständnis per Daumenabdruck unterschrieben! So etwas soll ihren Kindern nicht passieren…

Dann, vor drei Jahren, brachte das Erdbeben das totale Aus für die Dorfschule, die (wie jedes andere Gebäude im Dorf) total zusammenstürzte.

Ich freue mich sehr darüber, dass trotz drei-jährigem Unterbruch Shanti und Anita jetzt wieder zur Schule gehen – bei uns in der neuen Schule in Yangri. Sie wohnen im Schülerheim, und haben schulisch viel aufzuholen, aber gemeinsam schaffen wir das schon.

Schulzimmer 2. Klasse

Als Organisation haben wir uns Schutz, Förderung und Bildung von jungen Menschen im Himalaya auf die Fahne geschrieben. So erfüllt es mich mit Dankbarkeit, dass wir dieses Mandat jetzt auch in Yangri mit der Schule wahrnehmen können, gerade für Kinder wie Shanti und Anita, so gebeutelt vom Leben.

An dieser Stelle möchte ich mich einmal mehr bedanken für alle Spenden und Zuwendungen, die den Bau der Schule in Yangri ermöglicht haben. Dank eurer Grosszügigkeit können Shanti und Anita – zusammen mit gegenwärtig 93 weiteren Kindern) eine gute und solide Schulbildung erhalten, und damit Hoffnung und Zukunft – Herzlichen Dank!

Dani Bürgi