Im April 2018 – Neues Aus Nepal von den Projekten

Liebe Nepal Freunde

Nach Wochen unterwegs zwischen den verschiedenen HimalayanLife Projekten bin ich gerade in Pokhara für einige Tage. Hier habe ich Zugang zum Internet und möchte die Gelegenheit nutzen, euch ein kleines update zu schicken über einiges was in den HimalayanLife Projekten so läuft…

YANGRI

Nachdem wir die Erdbeben Nothilfe und Wiederaufbau Arbeiten im Yangri Tal vor rund 18 Monaten abgeschlossen hatten, sind wir seither mit dem Bau der Regionalschule in Yangri fest beschäftigt. Heute in 2 Wochen öffnet die Schule ihre Tore für die erste Gruppe von Kindern, Von Kindergarten bis zur fünften Klasse. Gleichzeitig öffnet auch das Hostel, denn es handelt sich ja um einen Internats-Betrieb. So ist es wohl kaum erstaunlich, dass die letzten Wochen und Monate eher hektisch waren: Gebäude fertig bauen, die ganzen Möbel, Schulbänke, Betten schreinern, das Gelände einzäunen, die Badezimmer plätteln, die ganzen Schulbücher beschaffen, Uniformen schneidern… und so vieles mehr. Am meisten Kopfschmerzen haben die Bewilligungen der verschiedenen Ämter bereitet, die seit gestern jetzt vollständig vorliegen -Gott sei Dank. Ebenfalls konnte letzten Freitag die 4-wöchige Lehrer Ausbildung abgeschlossen werden; die sieben Lehrer sind jetzt bereit für den Einsatz. Die Ausbildung hat auf dem Schulgelände stattgefunden, was natürlich noch eine Baustelle war – Wahrscheinlich war es schon ein bisschen ein Schock für die Lehrer, dass sie einen Monat lang im Zelt campieren und den ‘Donnerbalken’ benutzen mussten – aber jetzt ist alles bereit für den Start der Schule.

Ich freue mich sehr darüber, dass die Schule wirklich schön geraten ist mit hellen, geräumigen Klassenzimmern in erdbeben-resistentem Design, einem Sportplatz, und schönen Schüler/Lehrer Unterkünften. Es soll ja eine Muster-Schule werden, und rein äusserlich sowie in Bezug auf die Vorbereitungen sind dazu die Vorbedingungen dazu erfüllt. Enorm dankbar bin ich dafür, dass wir eine feine junge Frau mit ausgezeichneter Ausbildung namens Pramila Nepali als Schulleiterin gewinnen konnten. So sind wir nun so ziemlich startklar für den Schulbeginn am 19.April und die Eröffnungsfeier am 24.April, und den Schul-Alltag danach.

YAC Klassenzimmer

 

LADAKH

Im März verbrachte ich einige Tage in Ladakh in Nord-Indien, wo HimalayanLife ein Heim für Nepali Migranten Arbeiter Kinder betreibt. Da oben im Trans-Himalaya leben tausende von Nepali “Gast-Arbeitern“ und arbeiten weiterhin unter extremst schwierigen Umständen. Viele von ihnen sind Verdingarbeiter (moderne Sklaven) und versuchen ihr tägliches Brot im Strassen- und Hochbau entlang der Grenze zu China zu verdienen.

Nach neun Jahren zieht die bisherige Leiterin des HimalayanLife Schülerheims (Lila Sherpa) zurück nach Nepal. Wir haben mit dem jungen Ehepaar Ram & Neha eine neue Leitung eingesetzt, und auch sonst hat es im Leitungsteam einige Veränderungen gegeben. Und wir haben 12 neue Schüler aufgenommen. Sie alle kommen aus ganz prekären Verhältnissen, mit nur einem Elternteil und auch anderweitig sozial-ökonomisch zerrütteten Umständen. Nachdem einige Kinder weggezogen waren oder die Schule abgeschlossen hatten, sind es jetzt wieder 78 Kinder im Heim.

Nach dem Aufenthalt in Ladakh bin ich selber wieder ganz neu betroffen von der schwierigen Situation vieler Nepalis in Ladakh, mit einem erneuten Verständnis der Wichtigkeit und Dringlichkeit unserer Arbeit da oben. Wir entreissen diese Kinder der zerstörerischen Spirale von Armut und Vernachlässigung, und können ihnen stattdessen eine Platform für eine Zukunft mit Hoffnung und Bildung bieten.

Kinder im Schülerheim in Ladakh

Neue Kinder im Schülerheim

Pokhara

Mein Ostersonntag dieses Jahr war ganz speziell: Zwar ohne Schokoladen Eier und Osterhasen, aber dafür mit einem neuen kleinen ‘Freund’ namens Ashish.

Ashish

Am Samstag hatte ich auf der Strasse den uns unbekannten Strassenjungen angetroffen und seine tragische Geschichte erfahren: Mit einem Familienhintergrund von sozialer Randschichtigkeit und Armut waren die Vorzeichen für den heute 11-jährigen Ashish von Anfang an nicht gut. Vor einigen Jahren verließ der Vater Ashish und seine Mutter. Sie heiratete wieder, und der Stiefvater konnte Ashish nicht ausstehen. Dann, vor 4 Monaten, kommt die Mutter bei einem Unfall auf der Baustelle ums Leben; sie stürzte von einem Baugerüst vom vierten Stock. Das ist das Aus für Ashish – seither ist er auf der Strasse. Irgendwie het er es jedoch geschafft, bis jetzt den Banden und vor allem dem Leim-Schnüffeln fern zu bleiben.

Viele Stunden lang suche ich Ashish am Ostersonntag, und endlich finde ich ihn unten am See beim Betteln. Heute ist er bereit, in den HimalayanLife Shelter für Strassenkids mitzukommen. Natürlich freut er sich über die Fahrt hinten auf dem Motorrad, und als wir in unserer schönen und grosszügigen Not-Unterkunft mit dem Spielplatz ankommen, fallen ihm schier die Augen zum Kopf heraus. Kann ich morgen schon zur Schule gehen, will er wissen?

Normalerweise sind es unsere tollen Nepali Mitarbeiter, welche die Kids von der Strasse zum Shelter bringen, aber weil es ja Ostern ist, hatten fast alle frei. So darf ich dieses tolle Oster Erlebnis haben mit Ashish: Die wirkliche Chance auf neues Leben, der Strasse entrissen.

Leider ist es aber so, dass wir generell als Organisation zunehmend starken Gegenwind zu spüren kriegen. Als Christliche Organisation kollidieren unsere Werte oft frontal mit den Behörden und Konzepten der Regierung. Das ist hart für Chanman und sein Team in Pokhara.

 

So, zu erzählen gäbe es noch Vieles, aber dieses “kleine update” ist ja doch schon sehr lang geworden… Danke für’s Lesen! Unten auch noch einige Bilder – denn bekanntlich sagt ja ein Bild mehr als tausend Worte… Ebenfalls möchte ich mich einfach wieder einmal bedanken für all eure Freundschaft, für’s Begleiten, Mitbeten, und alle finanzielle Unterstützung unserer Arbeit.

Herzlicher Gruss

Dani